Verleihung des Hans Kudlich Preises

Der Hans Kudlich Preis wird alle zwei Jahre zum Gedenken an Hans Kudlich vom Ökosoziale Forum Wien verliehen. Ausgezeichnet werden besondere Leistungen im ländlichen Bereich. Ein anhaltendes Bemühen die Landwirtschaft für die Allgemeinheit verständlicher zu machen und der nachhaltige Umgang mit natürlichen Ressourcen ist entscheidend um mit dem Hans Kudlich Preis ausgezeichnet zu werden. Alle zwei Jahre werden bis zu vier Preise vergeben. Dabei ist jeder einzelne Preis mit 2000€ ausgeschrieben. Die Einreichungen für den Hans Kudlich Preis sind immer schon im Vorfeld möglich. Sie können auch jemand anderen als sich selbst für den Preis vorschlagen. Die Preisträger werden von einer Jury gewählt, welche vom Vorstand des Ökosozialen Forums Österreich zusammengestellt wird.

Kriterien für die Auszeichnung des Hans Kudlich Preises

  • Der Allgemeinheit die Landwirtschaft näher bringen und ein Verständnis dafür aufbauen. Steigerung des Ansehens der ländlichen Bevölkerung und die Umsetzung der Ziele der Ökosozialen Marktwirtschaft unterstützen.
  • Land – und Forstwirtschaft in die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung integrieren. Dabei jedoch die ökonomische Leistungsfähigkeit sowie die ökologische Verantwortung wahren.
  • Die Verbesserung des Arbeitsumfeldes in der Land – und Forstwirtschaft. Ausgezeichnet werden soll auch der flächendeckende Ausbau der Landwirtschaft um die Versorgung als auch das Einkommen der ländlichen Bevölkerung sichern zu können.
  • Respektvoller Umgang mit natürlichen Lebensgrundlagen sowie die verantwortliche Nutzung von natürlichen Ressourcen als auch die Achtung der Natur sowie Umwelt. Ein ökosoziales Zusammenarbeiten von Forst – und Landwirtschaft mit der Gastronomie dem Handel und der Fremdenverkehrswirtschaft soll geschaffen werden.
  • Fortwährende Öffentlichkeitsarbeit um die oben genannten Ziele umsetzen zu können sowie sie der Öffentlichkeit näher zu bringen.

Hans Kudlich “der österreichische Bauernbefreier”

Hans Kudlich wurde am 25. Oktober 1823 in Lobenstein, Österreichisch-Schlesien, geboren. Er gilt als “Bauernbefreier” für österreichische, böhmische sowie polnische Bauern. Hans Kudlich war das neunte von insgesamt elf Kindern. Die Familie besaß zwei Bauernhöfe. Er besuchte ein Gymnasium und studierte anschließend  an der Universität Wien Philosophie sowie Rechtswissenschaften.

Am 13. März wurde Kudlich bei einer Demonstration im Zuge der Märzrevolution vor dem niederösterreichischen Landhaus von einem Bajonett Stich verwundet. Kudlich blieb vorerst in Wien und stand für seine Freiheitsidee ein. Zwei Monate nach seiner Verwundung begab er sich jedoch nach Lobenstein, seinem Geburtsort, um dort seine Verletzung zu heilen als auch für den Österreichischen Reichstag zu kandidieren. Hans Kudlich wurde zum Reichstagsabgeordneten gewählt. Daraufhin stellte er im Jahre 1848 Antrag zur Aufhebung der Grunduntertänigkeit  und der bäuerlichen Lasten, wie Robot und Zehent, wodurch es zu einer massive Eigentums Verschiebung in Österreich kam. Kudlich setzte sich im Wiener Oktoberaufstand für die Erhaltung der Macht des Reichstages ein und wurde infolgedessen vom Feldherrn des Kaisers als Unruhestifter verfolgt.

Hans Kudlich flüchtete übere mehrere Stationen in die Schweiz, wo er als Arzt tätig war. Im Jahre 1917 verstarb Hans Kudlich im hohen Alter von 94 Jahren. Kudlich war der jüngste abgeordnete des ersten österreichischen Reichstages, und verstarb als letzter der insgesamt 383 Abgeordneten. Das Ansehen von Hans Kudlich ist bis heute unumstritten. So verleiht das Ökosoziale Forum Österreich alle zwei Jahre den Hans Kudlich Preis. 1968 wurde der Preis erstmals verliehen. Damals noch von der “Österreichischen Gesellschaft für Land – und Forstwirtschaft”.